Vertikale, Portal- und horizontale CNC-Bearbeitungszentren – Vergleich

Vertikale, Portal- und horizontale CNC-Bearbeitungszentren – Vergleich

Vertikale, Portal- und horizontale CNC-Bearbeitungszentren unterscheiden sich in Aufbau, Spindelausrichtung, Arbeitsraum und Produktionsorganisation. Erfahren Sie, welche Lösung für Einzelteile, große und schwere Werkstücke oder die automatisierte Mehrseitenbearbeitung geeignet ist. Vergleichen Sie typische Anwendungen, Materialien, Spanabfuhr und Branchen.

Vertikale, Portal- und horizontale CNC-Bearbeitungszentren – Vergleich

CNC-Bearbeitungszentren ermöglichen mehrere Zerspanungsoperationen in einer einzigen Werkstückaufspannung. Dadurch lassen sich Umspannungen reduzieren, erneute Bezugnahmen vermeiden und die Maschinenzeit effizienter nutzen.

Je nach Spindelausrichtung und Tragkonstruktion unterscheidet man vertikale, Portal- und horizontale CNC-Bearbeitungszentren. Jede Bauart erfüllt andere Fertigungsanforderungen – von vielseitiger Bearbeitung kleiner und mittlerer Werkstücke bis zu Großteilen und automatisierter Mehrseitenfertigung.

Vertikale CNC-Bearbeitungszentren

Aufbau und Funktionsweise

Bei vertikalen CNC-Bearbeitungszentren steht die Spindel senkrecht zum Arbeitstisch. Das Schneidwerkzeug greift von oben am Werkstück an. Die Achsen X und Y bewegen sich in der horizontalen Ebene, während Z die vertikale Zustellung übernimmt.

Der Maschinenkörper besteht meist aus massiven Gussteilen, die eine hohe Steifigkeit und gute Schwingungsdämpfung ermöglichen. Je nach Modell kommen Linear- oder Gleitführungen und präzise Achsantriebe zum Einsatz.

Der Arbeitstisch verfügt gewöhnlich über T-Nuten zur Aufnahme von Schraubstöcken, Spannvorrichtungen und Vorrichtungsplatten. Ein automatischer Werkzeugwechsler ATC erlaubt mehrere Operationen ohne manuellen Werkzeugwechsel.

Je nach Konfiguration stehen Siemens SINUMERIK oder FANUC sowie CAD/CAM-Anbindung zur Verfügung. Rund- oder Schwenkrundtische können die Maschine um eine vierte oder fünfte Achse erweitern.

Typische Operationen

  • Fräsen von Flächen, Taschen, Konturen und Kurven,
  • Bohren verschiedener Lochbilder,
  • maschinelles Gewindeschneiden,
  • Reiben und Senken,
  • Formen- und Werkzeugbau,
  • 5-Achs-Bearbeitung bei entsprechender Ausstattung.

Typische Anwendungen und Branchen

Vertikalzentren sind besonders vielseitig bei kleinen und mittleren Werkstücken. Sie werden in Einzel-, Klein- und Serienfertigung sowie im Prototypenbau eingesetzt.

Typische Bereiche sind Automobilindustrie, Luftfahrt, Maschinenbau, Werkzeugbau sowie Formen- und Matrizenfertigung.

Bearbeitet werden unter anderem Stahl, Gusseisen, Aluminium, Messing, Kupfer und technische Kunststoffe. Der konkrete Werkstoffbereich hängt von Spindel, Drehmoment, Werkzeugen, Kühlung und Maschinensteifigkeit ab.

Portal-CNC-Bearbeitungszentren

Aufbau und Funktionsweise

Portal-Bearbeitungszentren besitzen zwei vertikale Ständer und einen Querträger. Diese bilden eine Portalstruktur, an oder entlang derer sich die Spindeleinheit bewegt.

Der große Arbeitsraum eignet sich für Werkstücke, deren Abmessungen und Gewicht über den Möglichkeiten üblicher Vertikalzentren liegen. Je nach Maschinenkonzept bewegt sich der Tisch, das Portal oder eine andere Baugruppe.

Die massive Struktur ist für hohe Steifigkeit bei schweren Werkstücken ausgelegt. Einige Maschinen verfügen über schwenkbare Köpfe oder weitere Zusatzachsen.

Typische Operationen

  • Fräsen großformatiger Flächen und Konturen,
  • Bohren und Gewindeschneiden an großen Komponenten,
  • Bearbeitung von Taschen und Nuten in Gussteilen und Schmiedeteilen,
  • Mehrseitenbearbeitung mit Schwenkkopf,
  • Drehoperationen bei geeigneten Maschinen mit Drehtischfunktion.

Typische Anwendungen und Branchen

Portalzentren kommen zum Einsatz, wenn Werkstückabmessungen und Masse entscheidend sind. Typische Teile sind Maschinenbetten, Rahmen, Großformen, Platten, Gehäuse und schwere Gusskomponenten.

Typische Branchen sind Energietechnik, Schwermaschinenbau, Bahnindustrie, Schiffbau und Verteidigung.

Bearbeitet werden vor allem Baustahl, legierte Stähle, Gusseisen, große Aluminiumteile und Sonderguss.

Horizontale CNC-Bearbeitungszentren

Aufbau und Funktionsweise

Bei horizontalen CNC-Bearbeitungszentren ist die Spindel horizontal angeordnet. Viele Maschinen verfügen über einen Drehtisch mit B-Achse, der verschiedene Werkstückseiten ohne manuelles Umspannen zugänglich macht.

Ein wichtiger Vorteil ist die Spanabfuhr. Späne können durch die Schwerkraft aus dem Bearbeitungsbereich fallen, was bei tiefen Taschen und großen Spanmengen hilfreich ist.

Horizontale Zentren sind häufig auf Serienfertigung und Automation ausgelegt. Palettenwechsler, Werkzeugmagazine, Messtaster und Roboter können in automatisierte Zellen integriert werden.

Typische Operationen

  • Mehrseitenfräsen in einer Aufspannung,
  • Bohren, Gewindeschneiden und Reiben an mehreren Werkstückseiten,
  • Bearbeitung langer Wellen, Hülsen und zylindrischer Teile,
  • Serienfertigung wiederholbarer Komponenten,
  • Bearbeitung schwerer Werkstücke mit effizienter Spanabfuhr.

Typische Anwendungen und Branchen

Horizontale Zentren werden häufig gewählt, wenn mehrere Werkstückseiten in einer Aufspannung bearbeitet werden sollen und Umspannungen reduziert werden müssen.

Anwendungen finden sich in Automobilindustrie, Hydraulik, Luftfahrt und Maschinenbau. Typische Teile sind Ventilgehäuse, Verteiler, Getriebegehäuse, Maschinenkörper und ähnliche Mehrseitenkomponenten.

Die Maschinen eignen sich gut für Palettensysteme und automatisches Be- und Entladen.

Vergleichstabelle

Merkmal

Vertikales Bearbeitungszentrum

Portal-Bearbeitungszentrum

Horizontales Bearbeitungszentrum

Spindelausrichtung

Vertikal

Vertikal oder multidirektional (schwenkbarer Kopf)

Horizontal

Werkstückabmessungen

Klein und mittel

Groß und sehr groß

Klein, mittel und groß

Gewicht des Werkstücks

Bis zu einigen hundert kg

Bis zu mehreren Tonnen und mehr

Bis zu mehreren hundert kg und mehr

Spanabfuhr

Eingeschränkt (die Späne sammeln sich im Schnittbereich an)

Je nach Konfiguration unterschiedlich

Schwerkraft, frei

Mehrseitige Bearbeitung

Eingeschränkt (erfordert Umstecken oder einen Drehtisch)

Möglich mit schwenkbarem Kopf

Natürlich dank der vierten Drehachse

Fertigungsart

Einzelstücke, Kleinserien, Prototypen

Einzelstücke, Kleinserien (große Abmessungen)

Serienfertigung, Massenfertigung, automatisierte Fertigungslinien

Typische Branchen

Automobilindustrie, Luftfahrt, Werkzeugbau, Möbelindustrie

Energiewirtschaft, Schiffbau, Eisenbahn, Verteidigungsindustrie, Schwermaschinenbau

Automobilindustrie, Hydraulik, Luftfahrt, Maschinenbau

Typische Materialien

Stahl, Aluminium, Gusseisen, Messing, Kunststoffe

Baustahl und legierter Stahl, Gusseisen, große Gussteile

Stahl, Gusseisen, Aluminium, Sonderlegierungen

Platzbedarf

Klein bis moderat

Groß

Moderat bis groß

Welches Bearbeitungszentrum wählen?

Die Auswahl sollte mit den tatsächlichen Werkstücken beginnen. Entscheidend sind maximale Abmessungen und Masse, Achswege, Anzahl der zu bearbeitenden Seiten, Losgröße und Häufigkeit des Umspannens.

Zusätzlich sollten Spindelleistung und Drehmoment, Werkzeugaufnahme, Werkzeugmagazin, zulässige Tischbelastung, Eilgänge, Zusatzachsen, Kühlung und Spanabfuhr berücksichtigt werden.

Bei Serienfertigung sind Paletten, Messtaster und Roboterintegration besonders wichtig. Bei Einzelteilen können dagegen Zugänglichkeit und flexible Spannmöglichkeiten im Vordergrund stehen.

Fazit

Vertikale, Portal- und horizontale CNC-Bearbeitungszentren erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Vertikale Maschinen sind vielseitig, Portalmaschinen auf Großteile ausgelegt und horizontale Zentren besonders für Mehrseitenbearbeitung und Automatisierung geeignet.

Die Wahl hängt von Werkstückgröße, Masse, erforderlichen Aufspannungen, Zykluszeit, Spanabfuhr und geplanter Produktionsmenge ab.

Die verschiedenen Bauarten finden Sie im CORMAK-Angebot der CNC-Bearbeitungszentren. Entscheidend ist immer, die Maschine an reale Werkstücke und Prozesse anzupassen.

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Autor: CORMAK JERZY ZALEWSKI
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