Spindelbohrung bei Drehmaschinen – warum ist sie so wichtig?

Spindelbohrung bei Drehmaschinen – warum ist sie so wichtig?

Die Spindelbohrung einer Drehmaschine bestimmt, welchen Durchmesser eine Stange oder ein Rohr haben darf, das durch die Hauptspindel geführt wird. Erfahren Sie, warum dieser Wert besonders bei Serienfertigung und Langmaterial wichtig ist.

Spindelbohrung bei Drehmaschinen – warum ist sie so wichtig?

Beim Kauf einer Drehmaschine werden häufig Motorleistung, Spitzenweite, Drehdurchmesser und Drehzahlbereich verglichen. Ebenso wichtig ist jedoch die Spindelbohrung. Sie bestimmt, welchen maximalen Durchmesser ein Stangen- oder Rohrmaterial haben kann, das durch die Hauptspindel geführt werden soll.

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Was ist die Spindelbohrung?

Die Spindelbohrung bezeichnet den freien Innendurchmesser der Hauptspindel. Langmaterial kann dadurch durch den Spindelstock geführt und nur in der benötigten Länge vor dem Spannfutter positioniert werden.

Der nominelle Wert allein reicht allerdings nicht aus. Auch Spannfutter, Spannzange oder Führungselemente können den tatsächlich nutzbaren Materialdurchmesser begrenzen.

Diese Aspekte sollten beim Vergleich universeller und konventioneller Drehmaschinen berücksichtigt werden.

Warum ist eine größere Spindelbohrung vorteilhaft?

Eine große Spindelbohrung ermöglicht die Bearbeitung größerer Stangen- und Rohrdurchmesser, ohne das Material vorher in kurze Rohlinge teilen zu müssen.

Dies ist besonders praktisch bei:

  • Buchsen und Ringen,
  • Wellen und Achsen,
  • Bolzen,
  • Gewindeteilen,
  • Rohrstücken,
  • wiederkehrenden Serienteilen.

Spindelbohrung und Drehdurchmesser

Die Spindelbohrung darf nicht mit dem Drehdurchmesser über Bett verwechselt werden. Der Drehdurchmesser beschreibt den Raum, in dem ein Werkstück rotieren kann. Die Spindelbohrung beschreibt dagegen den freien Durchmesser innerhalb der Spindel.

Eine Maschine kann daher einen großen Drehdurchmesser besitzen, obwohl nur wesentlich dünneres Stangenmaterial durch ihre Spindel passt.

Bedeutung für die Serienfertigung

Bei der Serienfertigung aus Stangenmaterial kann der Rohling durch die Spindel nachgeführt werden. Nach Fertigstellung und Abstechen eines Bauteils wird die Stange weiter vorgeschoben.

Bei CNC-Drehmaschinen kann dieser Ablauf – je nach Maschinenkonfiguration – zusätzlich mit automatischer Materialzuführung kombiniert werden.

Bearbeitung von Rohren und Buchsen

Auch Rohre und lange Hohlteile profitieren von einer ausreichend großen Spindelbohrung. Ein größerer Teil des Werkstücks kann innerhalb der Maschine aufgenommen werden, wodurch die frei auskragende Länge reduziert werden kann.

Bei sehr langen Werkstücken ist dennoch eine geeignete Führung und Absicherung außerhalb des Spindelstocks erforderlich.

Ist größer immer besser?

Eine größere Bohrung erhöht die Flexibilität, ersetzt aber nicht die Bewertung anderer Maschinenparameter. Drehdurchmesser, Spitzenweite, Motorleistung, Drehzahlbereich und Maschinensteifigkeit müssen ebenfalls zur Bearbeitungsaufgabe passen.

Worauf vor dem Kauf achten?

  • größter Stangen- und Rohrdurchmesser,
  • tatsächlicher Durchlass des Spannsystems,
  • Spannfutter oder Spannzange,
  • Spitzenweite,
  • Drehdurchmesser über Bett und Support,
  • Maschinensteifigkeit,
  • geplante Seriengröße.

Fazit

Die Spindelbohrung bestimmt wesentlich, welche Stangen- und Rohrdurchmesser effizient bearbeitet werden können. Sie ist besonders wichtig für Betriebe, die regelmäßig aus Langmaterial fertigen.

Die endgültige Maschinenauswahl sollte jedoch immer auf dem Zusammenspiel von Spindelbohrung, Spanntechnik, Arbeitsraum und Maschinenleistung basieren.

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Autor: CORMAK JERZY ZALEWSKI
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